Jugendbeteiligung

Nach einem von Roger Hart und Wolfgang Gernert entwickelten Modell kann man den Grad der Beteiligung von Jugendlichen in acht verschiedene Stufen einteilen.

Während die ersten drei Stufen nirgendwo ein sinnvolles Ziel darstellen können, weil bei ihnen Kinder und Jugendliche manipuliert werden, nur Dekorationsmittel, beziehungsweise nur scheinbar beteiligt sind, denn ihre Ergebnisse und Meinungen haben letztlich nachhaltig keinen Einfluss, muss man ab der vierten Stufe differenzieren.

Wenn in einer Kommune, einem Projekt oder anderswo, von Jugendbeteiligung die Rede sein soll, gilt es einige Rahmenbedingungen zu beachten. Abhängig von Alter, Vorerfahrungen, Methodenkenntnissen und weiteren Faktoren können Jugendliche unterschiedlich stark beteiligt werden bzw. sein. Wenn von Jugendlichen erarbeitete und mitgestaltete Ergebnisse und Meinungen in darauffolgende Prozesse in erwachsener Hand miteinbezogen werden und dann noch eine relevante Rolle spielen, sind weitere Stufen der Beteiligung erreicht.

In den höchsten Stufen der Beteiligung haben Jugendliche über den ganzen Prozess hinweg reelle Mitbestimmungsmöglichkeiten, setzen selbsttätig ein ganzes Projekt oder eine langfristige Initiative ohne Einbezug Erwachsener um oder entwickeln und führen Projekte und Initiativen gemeinsam mit Erwachsenen durch, haben dabei aber nicht nur Mitbestimmungsrechte, sondern arbeiten über den ganzen Zeitraum auf gleicher Augenhöhe mit den selben Rechten und Pflichten wie Erwachsene.